Dr. Wolfgang Heubisch

HEUBISCH: Söder sollte sich von Baden-Württemberg auch die Besucherzahlen abschauen – Kultur mit faktenbasierten Maßnahmen retten!

Mit Hilfsmaßnahmen in Höhe von rund 370 Millionen Euro will die bayerische Staatsregierung die Corona-geplagte Kulturszene unterstützen. Wie Ministerpräsident Markus Söder mitteilte, übernimmt Bayern unter anderem das in Baden-Württemberg erfolgreich laufende Solo-Selbständigen-Programm für Künstlerinnen und Künstler. Dazu der kulturpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Dr. Wolfgang Heubisch:

"Die heute vorgestellten Erweiterungen der Corona-Hilfen für die notleidende Kulturszene begrüße ich ausdrücklich. Endlich wurden die seit Monaten von uns angemahnten Verbesserungen nach dem Vorbild von Baden-Württemberg von der bayerischen Staatsregierung aufgenommen. Noch besser wäre gewesen, wenn sich Ministerpräsident Söder und Kultusminister Sibler auch bei den Besucherzahlen an unseren Nachbarn orientiert hätten: Während in Baden-Württemberg noch bis zu 500 Besucher pro Veranstaltung erlaubt sind, dürfen Konzertsäle, Theater und Kinos in bayerischen dunkelroten Inzidenzgebieten nur noch 50 Besucher pro Vorstellung einlassen – unabhängig von den tatsächlichen Raumgrößen der Veranstaltungsorte und den bereits erprobten Hygienemaßnahmen.

Dieses Ungleichgewicht ist nicht nachvollziehbar und untergräbt das Vertrauen von Bevölkerung in die Maßnahmen der Pandemie-Bekämpfung. Bayerns Kulturveranstalter haben in den letzten Monaten tragfähige Hygienekonzepte erprobt. In einem Pilotprojekt mit Experten vom Klinikum 'Rechts der Isar' hatte die Bayerische Staatsoper bei einer Zuschaueranzahl von 500 bewiesen, die Sicherheit aller Beteiligten wahren zu können. Wir sollten uns an diesen wissenschaftlichen, faktenbasierten Maßnahmen orientieren, und nicht nur auf unser Bauchgefühl."