Dr. Wolfgang Heubisch

FDP-Fraktion will neuen Gründerboom in Bayern auslösen – alle Potentiale der Wirtschaft entfesseln!

Die Freien Demokraten im Bayerischen Landtag sehen die Gründerkultur in Bayern als wesentlichen Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung in den Regionen. Deren Verbesserung ist ebenso wichtig wie das Gelingen der Umstellungsprozesse in den klassischen Industrien. Im Bereich Gründerkultur ist Bayern längst nicht dort, wo es sein könnte. Immer weniger Menschen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Diesen Trend will die FDP-Fraktion mit dem Antragspaket "Gründerboom in Bayern" umkehren.

Junge Unternehmen und Start-ups sind die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung. Ihre Innovationskraft trägt zur wirtschaftlichen Stärke des Freistaats Bayern bei. Aktuell gibt es in Bayern allerdings mehr Geschäftsaufgaben als Neugründungen und im Ranking des "Deutschen Start-up Monitors 2020" belegt der Freistaat nur den dritten Rang. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die FDP-Fraktion den Freistaat wieder an die Spitze hieven.

Dazu der wissenschaftspolitische Sprecher Dr. Wolfgang Heubisch: "FlixBus, Lilium oder Celonis sind Beispiele für erfolgreiche Start-ups – gegründet an unseren bayerischen Universitäten. Die Corona-Krise hat verdeutlicht, wie wichtig solche Innovationen sind. Der Grundstein für diese Innovationen sind junge, mutige Köpfe an unseren Hochschulen. Mut zum Risiko muss belohnt werden! In allen Studiengängen sollte daher das Thema 'Gründen' in die Curricula aufgenommen und eigene Gründungserfahrungen in Form von ECTS-Punkten anerkannt werden. Zudem sollten sich die Hochschulen an Start-ups beteiligen können, zum Beispiel über einen Investitionsfonds, über den die Hochschulen frei verfügen können. Gleichzeitig sollten Lehrende des Mittelbaus sowie Professorinnen und Professoren die Möglichkeit haben, ein Founding Sabattical zu nehmen und sich dadurch von ihre Lehrverpflichtung für ein oder zwei Semester befreien zu lassen. Kurzum: Wir brauchen Universitäten, die unseren Gründerinnen und Gründern die besten Chancen bieten, Ihre Ideen zu entfalten."

Der wirtschaftspolitische Sprecher Albert Duin erklärt: "Neue Unternehmen bilden den Wohlstand unserer Zukunft. Wir wollen potenziellen Gründern den Start erleichtern und Gründungshemmnisse abbauen. So fordern wir die Einführung eines Gründer-BAFöG, damit Existenzgründer ohne finanziellen Druck die erste und schwierige Phase meistern und sich voll und ganz ihrem Projekt widmen können. Aufgrund unzureichender Finanzierungsmöglichkeiten denkt jedes vierte Start-up über einen Umzug ins Ausland nach. Wir brauchen also mehr Wagniskapital und stärkere Anreize. Daher sollten der Freistaat gemeinsam mit institutionellen Investoren einen "Bayerischen Zukunftsfonds" einrichten. Dieser Dachfonds sollte hauptsächlich in bestehende oder neu aufzulegende bayerische Venture-Capital-Fonds oder Investmentfonds mit digitalem Schwerpunkt investieren."

Das Antragspaket im Überblick:

Ein Gründer-Bafög soll im Stil eines Stipendiums Unternehmensgründern die Chance eröffnen, ihre innovative Geschäftsidee auf den Weg zu bringen und in die Gründerszene Bayerns einzusteigen. Um die Existenzgründung von Eltern zu erleichtern, ist ein Gründungszuschuss einzuführen, der direkt nach oder während der Elternzeit beantragt werden kann.

Durch die Gründung eines Online-Portals nach dem One-Stop-Shop-Prinzip sollen Behördengänge für die Gründung eines Unternehmens digitalisiert, gebündelt und so vereinfacht werden, dass Unternehmensgründungen innerhalb von 24 Stunden möglich sind.

Gemeinsam mit institutionellen Investoren ist im Freistaat ein "Bayerischer Zukunftsfonds" einzurichten. Dieser Dachfonds soll hauptsächlich in bestehende oder neu aufzulegende bayerische Venture-Capital-Fonds bzw. Investmentfonds mit digitalem Schwerpunkt investieren.

Die Staatsregierung soll den Meisterbonus in Bayern ab sofort so anpassen, dass jeder Meister nach bestandener Prüfung die vollen Kosten für diese berufliche Weiterbildung erstattet bekommt.

Unternehmensgründungen von Studierenden sollten mehr honoriert und gefördert werden, indem die Erfahrungen aus einer etwaigen unternehmerischen Tätigkeit (Gründung eines "Spin-offs" oder "Start-ups") in Form von ECTS-Punkten für das eigene Studium angerechnet werden können.

Professorinnen und Professoren sowie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen sich im Rahmen eines "Founding Sabbaticals" für ein bis zwei Semester von ihrer Lehrverpflichtung befreien lassen können, um sich auf ihre Unternehmensgründung konzentrieren zu können.

Die Vermittlung von unternehmerischem Denken soll stärker in den Lehrcurricula aller Studiengänge verankert werden. Die bestehenden Studiengangs-übergreifenden Angebote an Entrepreneurship-Kursen sollen weiter ausgebaut werden und an jeder Hochschule ein "MakerSpace" eingerichtet wird.

Jeder bayerischen Hochschule soll ein eigener hochschulgebundener Investitionsfonds zur Verfügung stehen, über den sie frei verfügen können, um in hochschuleigene Spin-offs oder Start-ups zu investieren und zu beteiligen.

An jeder Hochschule soll es in ausreichendem Umfang Stellen für Innovationsmanager und Innovationsmanagerinnen geben. Diese sollen in den verschiedensten Fachbereichen unter anderem Technologiewettbewerbe starten sowie neue technologische Trends im Hinblick auf künftige Forschungsvorhaben oder mögliche Ausgründungen identifizieren.

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